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What Hiring Managers Want from a Candidate Profile in 2026

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Die erste Frage beim Öffnen einer Shortlist

Wenn ein Hiring Manager eine Shortlist öffnet, stellt er sich eine einzige Frage: Wen soll ich als Erstes anrufen? Diese Entscheidung wird auf der Basis der vorliegenden Informationen getroffen. Und genau da liegt das Problem, das wir von Hiring Managern immer wieder beschrieben bekommen: Die vorliegenden Informationen reichen selten aus, um diese Frage gut zu beantworten.

Eine typische Shortlist enthält fünf Namen, fünf Lebensläufe und gelegentlich einen kurzen Kommentar des Recruiters. Der Hiring Manager liest die Lebensläufe. Er sieht Berufsstationen, Ausbildungsabschlüsse und eine Liste von Tätigkeiten, die mit aktivischen Verben beschrieben sind. Was er nicht sieht: ob diese Kandidaten tatsächlich mit den konkreten Herausforderungen umgehen können, die die offene Stelle mit sich bringt. Er wählt dann, wen er zuerst anruft, nach Bauchgefühl, nach der Länge der relevanten Station im Lebenslauf oder nach dem Klang des Unternehmensnamens im Werdegang.

Das ist kein Vorwurf an die Hiring Manager. Es ist eine Beschreibung davon, was mit unvollständigen Informationen passiert. Die Frage ist, wie Kandidatenprofile aussehen müssten, damit diese Entscheidung auf einer besseren Grundlage getroffen werden kann.

Was Hiring Manager nicht wollen

In Gesprächen mit Hiring Managern verschiedener Unternehmen im DACH-Raum zeigt sich ein konsistentes Muster dazu, was sie an Kandidatenprofilen stört. Erstens: Lebensläufe, die primär aus Aufzählungen von Verantwortlichkeiten bestehen, ohne dass erkennbar wird, was der Kandidat dabei konkret geleistet hat. Eine Liste von Aufgabengebieten ist kein Kompetenznachweis.

Zweitens: Überlange Bewerbungsunterlagen, bei denen relevante Information unter einem Berg allgemeiner Formulierungen begraben ist. Je länger das Anschreiben, desto weniger Spezifisches steht darin. Das zwingt den Hiring Manager, aktiv nach den relevanten Passagen zu suchen, statt sie sofort zu finden.

Drittens: Kommentare des Recruiters, die reine Meinungsäußerungen sind. "Kandidat B macht einen sehr soliden Eindruck" ist für einen Hiring Manager, der diese Person nie getroffen hat, keine verwertbare Information. Es fehlt der konkrete Anhaltspunkt, auf den sich dieser Eindruck stützt.

Was sie tatsächlich brauchen

Was Hiring Manager beschreiben, wenn man sie fragt, wie eine ideale Shortlist-Information für sie aussieht, deckt sich überraschend stark mit dem, was strukturierte Erstgespräche liefern können. Sie wollen wissen, was ein Kandidat konkret über seine Erfahrung in relevanten Situationen sagen kann. Nicht ob er die richtigen Stichwörter im Lebenslauf hat, sondern ob er mit einer Situation umgehen kann, die der Stelle entspricht.

Ein Hiring Manager in einem mittelständischen Technologieunternehmen in Frankfurt hat das einmal so formuliert: Wenn mir jemand schickt, dass ein Kandidat bei der Frage nach Projektmanagement unter Zeitdruck beschrieben hat, wie er ein Projekt mit sechs Beteiligten in drei Ländern in sechs Wochen zum Abschluss gebracht hat, mit konkreten Angaben dazu, welche Entscheidungen er getroffen hat und warum, dann weiß ich schon nach dem Lesen dieser Zusammenfassung, ob ich diesen Menschen treffen will oder nicht. Das ist eine andere Grundlage für meine Entscheidung als "hat vier Jahre Projekterfahrung".

Das Profil, das Entscheidungen ermöglicht

Ein Kandidatenprofil, das Entscheidungen ermöglicht, enthält drei Elemente, die aus dem Lebenslauf allein nicht zu gewinnen sind. Erstens: konkrete Situationsbeschreibungen aus dem Berufsalltag des Kandidaten, die zeigen, wie er mit spezifischen Herausforderungen umgegangen ist. Zweitens: eine Einschätzung der Konsistenz dieser Beschreibungen. Hat der Kandidat auf ähnliche Fragen konsistente Antworten gegeben, oder gibt es Lücken und Widersprüche? Drittens: eine Einordnung, welche Anforderungen der Stelle durch die belegten Kompetenzen gut abgedeckt sind und wo noch Fragen offen bleiben.

Diese drei Elemente geben dem Hiring Manager eine Grundlage, die er nutzen kann. Er kann entscheiden, ob er den Kandidaten auf Basis der belegten Stärken einladen möchte. Er kann im Gespräch gezielt an den Stellen nachfragen, wo die Information noch lückenhaft ist. Er kann nach dem Gespräch besser beurteilen, ob das persönliche Gespräch das bestätigt hat, was das Profil andeutete.

Was wir nicht versprechen

Wir sagen nicht, dass bessere Kandidatenprofile alle Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl ausschließen. Auch bei sehr guten Informationen kann eine Einstellung schief gehen, weil der Kandidat in der konkreten Teamkonstellation nicht funktioniert, weil sich die Stelle in eine Richtung entwickelt, die niemand vorhersehen konnte, oder weil es Faktoren gibt, die kein Gespräch erfassen kann.

Was wir sagen: Bessere Informationen zu Kandidaten führen zu besseren Shortlist-Entscheidungen, und bessere Shortlist-Entscheidungen führen im Durchschnitt zu besseren Einstellungen. Das ist keine Garantie, aber es ist eine relevante Verbesserung der Ausgangslage. Und im DACH-Kontext, wo gute Kandidaten schnell verfügbar sind und Stellen oft lange offen bleiben, weil der richtige Kandidat nicht identifiziert wird, ist eine solide Informationsgrundlage für Hiring Manager kein Luxus.

Was sich 2025 und 2026 verändert hat

Das Gespräch über Kandidatenprofile hat sich in den letzten zwölf Monaten merklich verändert. Hiring Manager stellen zunehmend konkrete Fragen dazu, wie eine empfohlene Shortlist zustande gekommen ist und auf welcher Grundlage die Empfehlung basiert. Diese Fragen waren vor ein paar Jahren seltener. Die wachsende Verbreitung von KI-Tools im Recruiting hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass nicht jeder Shortlist-Prozess gleichwertig ist. Das schafft eine Nachfrage nach transparenteren, nachvollziehbareren Auswahlverfahren. Eine Nachfrage, auf die wir antworten wollen.

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